Social Media Optimizing (SMO) / Social Media Marketing (SMM)
Ungefähr einen Monat war es hier ziemlich ruhig, aber jetzt geht es nochmal munter weiter…
Da in letzter Zeit häufiger die o.g. Begriffe im Rahmen der Web2.0-Welle fallen und, wie vielleicht schon bekannt, der (Internet)-User vom Time-Magazin zum “People of the Year 2006″ gewählt wurde, möchte ich an dieser Stelle (vielleicht ein wenig spät) eine kleine Erläuterung zu diesen Schlagwörtern niederschreiben.
Worum geht es dabei?
Generell beschreiben SMM/SMO das Ausrichten/Optimieren eines Internetangebotes auf die Nutzung sozialer Netze. Hierbei kann es durchaus zu Überschneidungen mit der klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) kommen, vor allem da beide Maßnahmen das Ziel haben das eigene Angebot für die User interessant und leicht erreichbar zu machen.
Beim SMO/SMM wird also versucht aus der Kraft und dem Potential sozialer Netzwerke einen Vorteil für das eigene Angebot zu generieren und als Basis dafür muss der Inhalt für den User attraktiv werden.
Wie läuft es ab?
Es gibt viele Möglichkeiten sein Angebot entsprechend zu optimieren, die meisten davon sind sicherlich bereits durch erfolgreiche Web2.0-Angebote bekannt:
- Optimierung von bestehendem Inhalt, z.B. durch Suche, Tagging, Rating-Funktionen
- Leichtes Verlinken, z.B. durch Bereitstellung fertiger Social-Bookmarking Links
- Features, Mashups & Widgets, z.B. Tool-Tipps, Auto-Vervollständigung, APIs
- Partner- & Werbeangebote
Seiten wie YouTube, Flickr & Co bieten eine Vielzahl solcher Funktionen und darauf begründet sich sicherlich auch teilweise ihr großer Erfolg und die Bildung eigener Communities.
Wichtig ist natürlich das man im Vorfeld Überlegungen anstellt welche Maßnahmen sich als sinnvoll und geeignet erweisen würden, bevor es an die Implementierung geht. Nicht jede Firma braucht einen Corporate Blog und auch nicht für jedes Themengebiet ist ein Wiki nötig. Aber auch die Zielgruppe sollte wohl überlegt sein, denn je nachdem stellt man sich starker Konkurrenz oder die Zielgruppe ist zu klein (oder auf andere Weise ungeeignet) für den Aufbau oder die Nutzung eines sozialen Netzes.
Genau wie in der klassischen Suchmaschinenoptimierung spielen Backlinks eine große Rolle, hier geht es aber weniger um die Qualität der Links sondern auch besonders um deren Menge… man will ja die eigene Wahrnehmung verbessern. Schaft man es z.B. seine Inhalte durch einfaches Verlinken für den User so interessant zu machen, das er sie z.B. in die eigenen Blogs, Foren, Wikis usw. integriert ist man schon einen großen Schritt in die Schaffung eines sozialen Netzwerks gegangen. Das Angebot verteilt sich durch die Nutzer quasi von alleine.
Möchte man den Weg des SMM bestreiten muss man sich auch ein wenig von seinem Content lösen können, es ist z.B. nicht kontraproduktiv wenn eigene Videos auch auf fremden Seiten auftauchen (es sollte aber klar sein von wem sie stammen) oder wenn der User nicht täglich auf die Seite kommt um die News zu lesen sondern einen Feed einsetzt.
Sollen die User eigenen Content erstellen (User Generated Content, Personalisierung) sollte man sich immer folgende Faustregel vor Augen führen:
Von 100% der Nutzer eines soz. Netzwerks erstellen 1%, kommentieren 10%, und konsumieren 89% den bestehenden Inhalt.
Man kann sich also vorstellen, dass es eine große Zahl an Besuchern benötigt bis das soz. Netzwerk anfängt organisch zu wachsen.
Trotzdem ist es wichtig das der Inhalt eine gewisse Qualität und Kontinuität hat, da man sich so auch von seinen Mitbewerbern abheben kann.
Relevant ist auch das Auftreten innerhalb der soz. Netze… hiermit ist nicht gemeint, dass der Vorstand sich in einem Blog über sein Familien-Leben äußert, sondern vielmehr ein angepasstes, ehrliches und authentisches Auftreten, denn man baut sich auch im Internet eine Reputation auf (Public Relations).
Was man hier falsch machen kann zeigen z.B. Sony und Walmart: Walmart ließ eigene Mitarbeiter (natürlich nicht als solche erkenntlich) im Corporate-Blog Lobeshymnen auf eigene Artikel schreiben und Sony richtete einen gefälschten Blog für die PSP ein um auch hier ein wenig überdeutlich die positiven Eigenschaftes des Produkts zu loben.
Wird so ein Vorgehen entdeckt, dann führt dies meist zu einem Image-Verlust für das Unternehmen.
Zusammendfassend kann man die Maßnahmen auf drei Ebenen reduzieren:
- Überlegte Integration von Social-Networking Funktionen
- Bereitstellung attraktiver Inhalte
- persönliches & authentisches Engagement
Fazit
Inwiefern sich SMO und SMM für das eigene Angebot lohnen und welchen Nutzen man daraus ziehen kann ist für jedes Projekt seperat zu beurteilen, denn was bei YouTube klappt muss noch lange nicht für die eigene Seite funktionieren.
Auch würde ich SMO/ SMM nicht als eierlegende Wollmilchsau betrachten, den bestimmte Features mögen sich vielleicht lohnen aber Unmengen an Widgets und abgedrehten Funktionen machen noch keine erfolgreiche Website.
Danke für das Lesen dieses Eintrags. Du kannst nun die Kommentare lesen (4) oder einen Trackback hinterlassen.
Infos
Datum: Tuesday, 15. May 2007Eingeordnet unter Allgemein, Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Du kannst die Antworten zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar abgeben, oder einen Trackback.
Vorheriger Eintrag: Ubuntu 7.04 (Feisty Fawn) veröffentlicht »
Nächster Eintrag: Die Antworten: Teil 1 MySQL Workbench und Ubuntu… »
- Adobe AIR 1.1 veröffentlicht
- PHP date für ActionScript 3
- Ubuntu 8.04 LTS (Hardy Heron) veröffentlicht
- MySQL Workbench released
- Adobe AIR unter Ubuntu 7.10
- Was AIR nicht kann…
- Was ist das eigentlich: Adobe Flex
- Neu in ActionScript 3: Die neuen Datentypen
- Beta 1 vom Internet Explorer 8 (IE8) erschienen
- Auf zur Flashforum Konferenz 2008


18. December 2007 13:17
Hi,
sehr interessanter Artikel mi vielen informativen Themengebiete. Wird ein zweiter Teil daovn kommen?
“Von 100% der Nutzer eines soz. Netzwerks erstellen 1%, kommentieren 10%, und konsumieren 89% den bestehenden Inhalt.” woher stammen diese Werte? Wäre ganz interessant.
Mfg
19. December 2007 18:27
Hi,
wenn mal eine Fortsetzung folgt, dann wohl erst in einiger Zeit…beschäftige mich im Moment mit anderen Themen.
Die Zahlen hatte ich seinerzeit aus einem iX-Artikel, müsste ich mal nachschauen welche Ausgabe das war.
Gruß
19. December 2007 21:31
Hi,
wäre cool wenn du die veröffentlichen könntest.
Mfg
28. December 2007 15:35
Hi,
die Prozentangaben stammen aus der iX Mai 2007 (Seite 101 ff).
Konkrete Beispiele von einer Community kann ich dir jetzt leider nicht nennen. Aber das dürfte idR kein Geheimnis sein.
Schau dir bei einem YouTube-Video z.B. die Anzahl der Views im Verhältnis zu den Kommentaren an. Bzw. die Anzahl der täglich neuen Videos im Verhältnis zu den Besucherzahlen an.
Gruß